Hemma Schmedt zu „Eure Heimat ist unser Albtraum“

Weihnachten ist eine Zeit der Versöhnung und des Miteinander – doch leben wir hier in Deutschland Versöhnung und Miteinander? Hemma Schmedt hat auf dem Festival contre le racisme in Münster eine der Herausgeberinnen des frisch erschienenen Buches Eure Heimat ist unser Albtraum hören können und ist neugierig geworden auf dieses Buch, das verspricht, Rassismus aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Sie hat es gelesen und uns drei Fragen dazu beantwortet:

Das Buch "Eure Heimat ist unser Albtraum"

SSP: Worum geht es in dem gerade erschienen Buch Eure Heimat ist unser Albtraum?

HS: Die Herausgeberinnen haben Beiträge von verschiedenen deutschsprachigen Autor:innen gesammelt, die Einblick in deren Alltag geben. So wird das Konzept „Heimat“ diskutiert und man selbst beginnt kritisch zu reflektieren, wie korrekt das eigene Verhalten ist.

SSP: Würdest Du das Buch empfehlen?

HS: Auf jeden Fall empfehle ich das Buch. Das Thema geht uns alle etwas an. Es ist wichtig, wie Minderheiten (in dem Fall Menschen mit Migrationshintergrund) sich fühlen! In einer derart heterogenen Gesellschaft, in der wir im Jahr 2019 leben, sehe ich es als unumgänglich, sich gedanklich ab und zu aus seiner eigenen Bubble zu bewegen und darüber nachzudenken, wie andere Menschen sich in verschiedensten Situationen fühlen.

SSP: Was ist das wichtigste, das Du aus dem Buch mitnehmen konntest?

HS: Das Buch vermittelt Sensibilität und regt an, sein eigenes, alltägliches (eventuell rassistisches?) Verhalten zu reflektieren. Empathie ist für mich einer der wichtigsten Werte. Ich dachte immer, ich sei sehr sensibel für die Gefühle meiner Mitmenschen, doch jetzt ist mir klar geworden, dass ich im Alltag hin und wieder selbst nicht so weit denke, dass einige der Dinge, die ich tue andere verletzen können. Dieses Buch führt nochmal vor Augen, wie wenig sensibel man doch eigentlich ist und wie viel Luft es da noch nach oben gibt.

Eure Heimat ist unser Albtraum. 20,00 € im Buchhandel.
Herausgeber: Fatma Aydemir, Hengameh Yaghoobifarah.
Mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Olga Grjasnowa, Margarete Stokowski uvm.

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