Weihnachten im Kaufrausch

Kaum ist der Black Friday vorbei, steht auch schon Weihnachten vor der Tür, ein neuer Grund, noch einmal ordentlich shoppen zu gehen. Einen allzu langen Dopaminentzug schaffen dann wohl die Wenigsten. Man gönnt sich ja sonst nichts und schließlich muss man die dunklen Tage irgendwie aushalten. Da hilft es dann auch nicht, dass man sein ganzes Geld schon ausgegeben hat. Es ist eben Tradition. Am besten muss Ende November ein Adventskalender her und wenn man gerade dabei ist, kann man auch noch für die Freundin einen mitnehmen. Am 6. Dezember ist dann Nikolaus (wahrscheinlich eher für Kinder spannend). Und an der Spitze thront, zumindest in Deutschland, der Heiligabend am 24. Dezember. Jedes Jahr wird aufs Neue überlegt: Was schenke ich dieser einen entfernten Verwandten, über die ich eigentlich nichts weiß und der mein Geschenk egal sein wird? Und wie sehr freut man sich eigentlich über die eigenen Geschenke? Letztendlich geht es ja auch um die Geste. Aber die meisten Menschen würden „Gift Giving“ wohl nicht als ihre Love Language bezeichnen. Warum also überhaupt etwas verschenken? Große Bedeutung können schließlich auch Dinge haben, die nichts mit Konsum zu tun haben.

Allerdings ist es auch einfach schön, abends durch die beleuchtete, überfüllte Stadt zu schlendern und Teil des Shoppingwahnsinns zu werden. Die Stadt selbst hat schließlich auch etwas davon. Zwischen Glühweinduft und Lichterketten kann man leicht vergessen, wie viel Geld man schon ausgegeben hat und irgendwie ist es ja auch egal, weil man sich eine gute Zeit gemacht hat. Ohne das jährliche Weihnachtsgeschäft würden wohl noch mehr Läden schließen. Und das will auch niemand. Ich glaube nicht, dass sich in näherer Zukunft etwas daran ändern wird, dass Weihnachten vor allem Konsum bedeutet. Aber irgendwie gehört das alles ja auch dazu. Vielleicht ist das der Kompromiss den wir als Gesellschaft eingehen müssen.