Die Top 5 der schlechtesten Weihnachtsgeschenke aller Zeiten

Schenken soll erfreuen und zu glitzernden Augen und einem leuchtenden Lächeln führen. Das klappt leider nicht immer so ganz…

Eines vorweg: Was eine Person als fürchterliches Geschenk und persönliche Beleidigung empfindet, mag für eine andere der absolute Hit sein (mein Vater könnte mit einer Biographie über Simone de Beauvoir wohl deutlich weniger anfangen als ich und es soll Menschen geben, die ein Buch von Mario Barth in ekstatische Zustände versetzt – wobei, gibt es sie wirklich?). Hier also eine sehr subjektive Top 5 von Geschichten, die man sich an kalten Winterabenden in Münster bei einer Tasse Weihnachtstee erzählt (und falls auf eurem Wunschzettel ein Buch von Mario Barth steht, lest gerne trotzdem weiter):


Platz 5: Ein Lippenstift von Oma mit den Worten „Dann kannst dich auch mal a bisserl hübsch machen, dann ham wa nächstes Weihnachten vielleicht einen netten jungen Mann hier sitzen.“ Wahlweise auch ein Anti-Cellulite-Massageroller von Mama „für die nächste Bikinisaison! Süße, du hast doch gesagt, dich stört das so, warum weinste denn jetzt?“.


Platz 4: Ein Kissen mit dem eigenen Gesicht – wahlweise mit bester Freundin, Partner oder Meerschweinchen. Warum, muss ich nicht erklären, oder?


Platz 3: Ein nett gemeinter Gedichtband – und zwar mit Liebesgedichten, während man selbst mit frisch gebrochenem Herzen unterm Weihnachtsbaum hockt. Die anschließenden Tränen und die verrotzte Nase einfach mit einem empörten „Warum schenkt ihr mir Klamotten eigentlich auf einmal immer eine Nummer größer? Bin ich fett geworden, oder was?“ erklären – man munkelt, die Familie glaubt dieser Begründung bis heute und ist nun besonders vorsichtig, was Klamottengrößen angeht. Woher ich das so genau weiß? Hat mir eine Freundin erzählt.


Platz 2: Jedes, wirklich jedes Geschenk, das dezent und leise auf fehlenden Ehrgeiz in der Selbstoptimierung hinweist. Sportschuhe nach der großen Ankündigung, man laufe spätestens im April einen Halbmarathon – das war im August und die einzige Lauferfahrung bis Dezember bestand darin, zum Bus zu rennen. Ein Wörterbuch mit dem Titel „Italienisch für Fortgeschrittene“, nachdem man der ganzen Familie inklusive Großonkel Herbert erzählt hat, man habe vor, in der Uni einen Italienischkurs zu belegen – das war vor drei Semestern und weiter als „aglio e olio“ ist man nicht gekommen. Ja, es ist löblich, an gute Vorsätze erinnert zu werden. Aber vielleicht nicht gerade an Weihnachten.


Platz 1: Wenn Papa dein SZ-Abo durch ein Fitnessstudio-Abo ersetzt, weil „klug sieht man dir nicht an, dick schon.“

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