An den Winter

In memoriam Georg Heym (1887-1912) Du tauchst ins Blau den Himmel, drin sich streckenDie kahlen Äste fein wie Kapillaren;Die pumpen schwarzes Blut in alle Ecken,Wenn weiß die Lüfte aus den Mündern fahren. Du glättest hart wie schwarzes Blutes FleckenIm hohlen Wald bei Nacht die tiefen WeiherUnd legst über des Todes dunkle BeckenAm frühen Morgen bleichen Nebels Schleier. Du peitscht die […]

Die Gespenster der Weihnacht

Wenn es wieder mal so weit ist beim Familienweihnachtsfest, dass mein Onkel Arno breit ist, und er sich vernehmen lässt,   zu viel Fremde würden kommen und sie machten sich hier breit und es würde ihm genommen seine schöne Weihnachtszeit,   Schokoweihnachtsmänner wären nur als Jahresendfigur noch im Handel, und sich wehren gegen diese Diktatur,   heiß’, so lange es […]

Der Wunschzettel

Sag, mein Kind, was wünschst du dir? Weihnachten ist gar nicht fern mehr. Spielzeug? Stanniolpapier? Einen neuen Flachbildfernsehr?   „Vati, ich wär gern so wie du, und will gern deine Sachen, will in deinem SUV gegen Fahrradfahrer krachen.   Vati, ich will deinen Job und ich will wie du entscheiden, welche Leute, welchen Shop zu behalten wir vermeiden.   Vati, […]

Lob des Marktes

Wo gedrängt die Leute stehen, die sich freun aufs Weihnachtsfest, und sich auf die Nerven gehen, wo sich Glühwein kaufen lässt,   wo vor Krippenschnitzereien harrn die Wein- und Ehrfurchtsvolln, und die hinter ihnen schreien, dass sie weitergehen solln,   wo Betrunkne lauthals pöbeln, rote Mützen auf dem Haar, und auf Kunstschneekissen göbeln oder Mäntelkragen gar,   dort sind alle […]