Alles gesagt. Oder?

Dieses Jahr kam es wie ein Schlag aus dem Nichts, plötzlich war es wieder da. Gerade noch erschien das städtische Kopfsteinpflaster gesäumt von buntem Blättermeer und die letzten Sonnenstrahlen ließen eine Erinnerung an die Zeit der vergangenen Sommermonate aufkommen. Doch fast noch sicherer als der alljährliche Umschwung von Herbst zu Winter, beglücken uns die Gesetze des Kapitals und der Werbeindustrie auch in diesem Jahr wieder mit dem allseits Bekannten: debil grinsende Leucht-Schneemänner, vertrocknetes Tannengrün in überhitzten Räumen, verbrannte Plätzchen und Menschen, die sich im Rausch überhitzten Billigweins fröhliche Dinge über sich erzählen – same procedure as every year.

Andreas Maier – Die Universität Oder auch: Was heißt studieren?

Mit welchen Worten lässt sich der Zustand Mitte 20 beschreiben, verloren in der Zeit zwischen Jugend und Erwachsenenalter, zwischen dem Verlassen der Schule und drohender Erwerbsarbeit? „Ich, das ist der Mittelteil des Wortes Nichts.“ – diesen Satz stellt Andreas Maier seinem 2018 im Suhrkamp Verlag erschienenen Roman „Die Universität“ voran und damit ist schon viel über die Stimmung der nächsten Seiten gesagt.